Klaus Mudersbach, Heidelberg 1992: Wie vermeidet man Denkfehler beim Formulieren von wissenschaftlichen Theorien?

1 Einleitung

Eine wissenschaftliche Theorie oder ein Modell (im folgenden synonym verwendet)
dient dazu,

  • empirische Daten, die in bezug auf eine bestimmte Frage- oder Problemstellung erfaßt worden sind,
  • einheitlich, d. h. in einem bestimmten sprachlichen und konzeptuellen Rahmen zu beschreiben.

Denkfehler können sich dann einschleichen, wenn man bei der Modellfindung
bestimmte Prinzipien nicht beachtet.

Mit „Denkfehler“ (oder engl. „fallacy“) sind hier weniger die logischen Fehlschlüsse (wie petitio principii, circulus vitiosus, etc.) gemeint, als vielmehr Verstöße gegen wissenschaftstheoretische Prinzipien, die mit allgemeinen Denkvorgängen zusammenhängen.Inhalt